Ich blicke auf eine äusserst erfolgreiche EM-Woche zurück: Ein Diplom im Sprint, in Mittel und Lang in die TopTen und als Krönung Europameister mit der Staffel.Etwas anders als sonst haben wir die Staffel erst am Tag vor dem Rennen aufgestellt und bestimmt, wer in welchem Team laufen wird. So war ich im Ziel der Mitteldistanzquali im ersten Moment schon etwas enttäuscht, als Tom mir sagte, dass ich im zweiten Team laufen werde. Jetzt, wo ich doch so gut gelaufen war. Aber eben, drei andere waren halt noch besser. Ich muss aber auch sagen, dass diese Enttäuschung nicht lange anhielt, weil ich ja wusste, dass auch unser zweites Team äusserst stark sein wird und wir auch ein Wörtchen würden mitreden können.

Fäbu, Mätthu und ich mit Gold! (foto: swiss-orienteering.ch)
Da sich Dani aber einen Kratzer im Auge geholt hatte und diesen ihn am Nachmittag und Abend sehr plagte (sein Einsatz für die Staffel stand auf der Kippe), musste ich mich als Ersatz für das erste Team auf zwei Rollen einstellen: Schlussstrecke im zweiten Team oder Start im Team 1. Zwei Zeitpläne, zwei Taktiken, zwei verschiedene Aufgaben. Ich freute mich auf beide und versuchte es so gelassen wie möglich zu nehmen.
Dies gelang mir aber nicht wirklich gut. Ich konnte nicht richtig schlafen, immer wenn ich wieder aufwachte, begann ich dies und das zu denken, ging verschiedene Möglichkeiten durch, versuchte abzuwägen, wie wahrscheinlich eine Änderung in der Teamaufstellung sein würde, und, und...
Mit dem Meeting am Morgen kam dann die Gewissheit, ich wusste was Sache ist: Startstrecke im Team 1. Gleichzeitig kam auch die Ruhe, ich freute mich auf diese Aufgabe.
Das Rennen selber war bis auf ein kurzes Intermezzo sehr gut. Gleich zu Beginn konnte ich mich an die Spitze setzen. Es war ein gutes Gefühl, vorne zu laufen, die Initiative übernehmen zu können. Zu Posten 3 hatte ich dann aber ein Blackout, ich war also doch etwas zu schnell losgelaufen... Vor dem Posten merkte ich zwar, dass die Richtung nicht stimmte, schaffte es aber nicht, zu korrigieren. Was folgte, war eine abenteuerliche Durchquerung eines Megadickichts.

der Ausflug am 3.Posten (click: ganze Karte)
Wie ich dann schliesslich den dritten Posten endlich gefunden hatte, waren schon viele andere Läufer auch dort. Ich wurde viel zu passiv und lief einfach in Richtung 4 weg, den anderen hinterher. Gleich kam der zweite Fehler. Zu diesem Zeitpunkt wurde ich etwas nervös, weil ich dachte, dass es vielleicht einige Andere geschafft haben könnten, vorne weg zu laufen. Da aber auch viele andere die gleichen Fehler mitgemacht hatten, wähnte ich mich am Posten in guter Gesellschaft, einzig Russland konnte ich nirgends sehen.

Am letzten Posten (foto: www.eoc2010.bgorienteering.com)
Ich drückte aufs Tempo und gewann die Sicherheit zurück. Die grosse Erleichterung kam bei der Zielpassage, als ich erfuhr, dass ich in der Spitzengruppe war. In dieser konnte ich dann auch an Fäbu übergeben.
Mein Teil der Arbeit war getan und das grosse Warten und Mitfiebern ging los. Da aber Fäbu und auch Mätthu ihre Arbeit auch hervorragend machten, konnten wir als erste über die Ziellinie laufen. Cool!
Bericht im Sportaktuell:
Videoportal SF
Alle anderen Karten folgen in den nächsten Tagen!