Die letzte Woche stapfte ich zusammen mit dem Schweizer Kader durch die Sümpf rund um Trondheim. Es war nass, es war kalt, es war ein Kampf, aber trotzdem gefällts mir dort, gefühlte 130km südlich des Nordpol.Zwischen dem OL machen in Trondheim und mir besteht etwas eine Hassliebe. Auf der einen Seite stehen die supercoolen Hangsümpfe, die man wie Skipisten hinuntersurfen kann, das Fjell oberhalb der Baumgrenze, die Vegetation rund um die Sümpfe, der Geruch im Wald. Auf der Anderen die Kälte, der Regen, das Gefühl "ich habe mich im Sitzen schon schneller gefühlt als heute", wenn man gerade einen ach so tollen Sumpf bergauflaufen muss, der ständige Kampf um den Kartenkontakt, die Prospektivität.
Das Trainingslager letzte Woche machte da keine Ausnahme. Zuerst stand es gar auf der Kippe, denn der Schnee wollte in den Wochen davor einfach nicht so recht weichen. Zum Glück haben wir uns aber für ein TL entschieden, denn mit ein paar Umstellungen im Programm war der Schnee meistens kein Problem.
13 Trainings, 5 Highlights
Nr1: gleich das erste Training war ein Staffelstart gegen die Norweger, die zur gleichen Zeit im TL waren. Es war spannend einmal so, mit einer schnellen Einheit, in ein TL zu starten. Ich wurde ordentlich durchgeschüttelt und zehrte danach die halbe Woche an den müden Beinen dieses Trainings.

Runde2 des Staffelstarts (click: ganze Karte)
Nr2: Das Montagstraining das wir wegen Schneefall am Morgen extra auf den Nachmittag verschoben haben, sich die Sonne dann wie vorhergesagt am Mittag auch zeigte, pünktlich um drei Uhr zum Training setzte dann aber das Schneegestöber wieder ein. Man durfte 70min lang den nassen Schnee von den Tännchen schütteln und bis zum Knöchel im Matsch herumstapfen. Mein Stimmungsverlauf während und nach dem Training glich dem aktuellen Eurokurs!
Nr3: Ein Langdistanz-Training nahe Röros auf der Karte der letztjähringen Lang-NM im (Tief-)Schnee. Es war eine mentale Herausforderung, sich durch die ganze Bahn zu kämpfen, denn ab und zu konnte man, knietief im Schnee steckend, nur gehen. Die Sonne und das wartende Nugati-Brötli im Ziel waren aber Motivation genug, die ganze Bahn abzuspulen!
Nr4: Die Sprintliga am Donnerstagmorgen, wo wir in Massenstartrennen den Wettkampfmodus vom Weltcup in Stockholm simulierten. Viertel-, Halb- und Final in 6er-Gruppen, die Besten steigen auf, die Verlierer steigen ab. Stressig. Cool.

Sprint Viertelfinal mit Schmetterling (click: ganze Karte)
Nr5: CraftCup Langdistanz zum Abschluss gestern. Ich war schon ziemlich müde, die Sümpfe fühlten sich noch tiefer an und die Kilometer länger als gewöhnlich, dafür war es angenehme 20grad warm. Ich machte einige Fehler, hatte aber dazwischen das Gefühl, dass ich herausgefundne habe, wie OL in Norwegen funktioniert :)

CraftCup Langdistanz zum Abschluss (click: ganze Karte)