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Karten: Europameisterschaften Bulgarien

  Europameisterschaften Bulgarien (2010): Long Final
Kartenname: Pismenovo Valchan Kale
Laufzeit: 1:52:53
Rang: 9
Link zum Veranstalter: http://www.eoc2010.bgorienteering.com/

Rangliste:
1. Daniel Hubmann    SUI  1:44:29
2. Philippe Adamski  FRA  1:48:00  +3:31
3. Fabian Hertner    SUI  1:48:43  +4:14
4. Carl Waaler Kaas  NOR  1:50:50  +6:21
5. Marc Lauenstein   SUI  1:50:56  +6:27
6. Kiril Nikolov     BUL  1:51:09  +6:40
...
9. Matthias Mueller  SUI  1:52:53  +8:24

Kommentar:
Auf diesen Lauf freute ich mich ganz besonders! Ich hatte das Gefühl, es endlich raus zu haben, wie man eine Langdistanz angehen muss. Das hat also einige Jahre gebraucht...

Ich startete ruhig, fast locker, kam gleich gut auf die Karte... und machte bereits den ersten kleinen Fehler, weil ich im Graben vor dem ersten Posten etwas zu fantasieren begann. Shit. Ich konnte den Fehler aber auf die leichte Schulter nehmen und einfach nochmal neu starten.

Zu 4 erlebte ich den ersten heiklen Moment im Rennen, vor dem Grün, kurz vor dem Posten, hatte ich eigentlich geplant, eine Lichtung höher durch den Graben zu laufen, ich brachte es aber dann nicht zum Stimmen und merkte, wo ich in Wirklichkeit war.

Die Routenwahl zu 7 war dann die ganz grosse Knacknuss des Laufes. Ich hatte nicht richtig Zeit, diese vorzubereiten, sodass ich erst am Posten 6 definitiv entschied, wo ich durch laufe. Ich lief etwas schlecht weg, kam dann aber gut in Fahrt und lief die 2.schnellste Abschnittszeit. Das offene Tal war echt cool, es haben nur noch die Indianer am Horizont gefehlt.

Auf dem Schmetterling machte ich leider ein paar Flüchtigkeitsfehler. Zweimal war ich im Postenraum nicht Herr der Lage.

Bis zur Zielpassage blieb ich schliesslich noch einmal so richtig im Grün hängen (zu 17), sonst gings aber smoooth weiter!

Wie gesagt, ich hatte nie das Gefühl, dass ich kämpfen musste, immer fühlte es sich gut an. Steile Steigungen bin ich gegangen und wenn ich auf der Karte nicht mitgekommen bin, bin ich stillgestanden. So staunte ich schon nicht schlecht, als mir Mätthel beim Zuschauerposten mitteilte, dass ich um ein Diplom laufe. Ich konnte es fast nicht glauben. Und ich fühlte mich auch noch gar nicht so müde, im Gegenteil, ich hatte das Gefühl, dass ich noch aufdrehen könnte.

Ich lief gut, offensiv weiter. Bis nach Posten 26. Dann hatte ich ein Blackout. Ich wollte die Gräben etwas umlaufen, aber überhaupt nicht so weit. Meine Idee wars, nach dem ersten Graben direkt Richtung Posten zu ziehen. Ich verlor aber den Faden und irgendwann fand ich mich im Felsigen Graben, den ich schon zu 25 durchquert hatte. Shit. Auf dieser Route verlor ich 2 Minuten auf die Bestzeit und endgültig den Kampf ums Diplom.

Aber auch den 9ten Rang nehm ich dankend an! Wenn mir jemand vor der EM gesagt hätte, dass ich in der Langdistanz in die Top10 laufe, hätte ich gesagt, tiptop, nehm ich!
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