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Karten: Weltcupfinal Deutschland

  Weltcupfinal Deutschland (2004): Long
Kartenname: Sächsische Schweiz - Katzstein/Lampertstein
Laufzeit: 113:41
Rang: 12
Link zum Veranstalter: http://www.world-cup2004.de/

Rangliste:
1.  Holger Hott Johansen  NOR  107:50
2.  Mats Haldin           FIN  109:17
3.  Andrey Khramov        RUS  109:48
4.  Felix Bentz           SUI  110:41
5.  Daniel Hubmann        SUI  111:05
6.  Michal Horacek        CZE  111:28
..
12. Matthias Müller       SUI  113:41

Kommentar:
Klassische OL sind für mich etwas ganz spezielles. Ich habe immer fast ein bisschen Schiss davor und die Ungewissheit im Hinterkopf, ob mein Motor wohl über die gesamte Distanz mit der gewünschten Drehzahl laufen würde. Am Weltcupfinal in Dresden war für mich ein Lauf, an dem ich topmotiviert und mit dem nötigen Respekt an den Start ging. Genau richtig für ein gutes Resultat. Hier eine Analyse.

Es war wichtig, von Anfang an einen guten Rhythmus anzuschlagen. Nicht forcieren aber den Start trotzdem nicht verschlafen. Die Tipps von Tom hatte ich die ganze Zeit präsent: ?In den Steigungen etwas schonen, es darf ja nicht weh tun. Sauer werden ist verboten! Auf flachen Partien aber von Anfang an Gas geben.? Ich denke, dieser Mix ist mir gut gelungen. Nach einem guten Einstieg habe ich beim Posten zwei bereits den vor mir gestarteten Italiener Tavernaro gesehen. Ich nutzte die Chance und habe das Tempo etwas verschärft, so dass ich ihn am vierten Posten eingeholt hatte. Beim fünften Posten sollten unsere gemeinsamen Taten aber vorläufig schon wieder zu ende sein. Tavernaro lief gleich links vom Posten weg auf den Weg und die Umlaufroute. Ich hatte mich für die Strichroute entschieden. Da ich aber extrem schlecht vom Posten weg bin und mir gar nicht bewusst war, was ich musste, fand ich mich etwas später auch auf der Umlaufroute. Der erste Dämpfer des Rennens. Ich sah Tavernaro weit vor mir auf dem Weg und konnte gleich sehen wie gross der Schnitzer war. Dazu kam, dass ich mich zum Posten selber noch einmal etwas verstiegen hatte. Ich verlor den Kontakt zum Italiener.

Die erste richtige Knacknuss wartete zu Posten 8. Für mich war aber schnell klar, dass ich die Route rechts auf dem Weg laufen würde. Auf der Variante links sah ich zu viel Steigung. Dank dieser langen Teilstrecke konnte ich meinen Fehler wegstecken. Danach kam ich richtig gut ins Rennen und Tavernaro suchte den 9. Posten, wodurch ich ihn wieder einholte.

Der folgende Schmetterling war was ganz besonderes. Neben der fast unlesbar fein gezeichneten 1:15'000 stand auch ein Kartenausschnitt in 1:7'500 zur Verfügung. Ich nutzte diesen, war mir auch der Gefahr eines Massstabwechsels bewusst und meisterte diesen ohne Probleme. Probleme bereitete mir aber die extrem komplizierten Geländeformen, welche eine ?stop and go? Taktik verlangten.

Ich hatte nach dem Schmetterling immer noch das Gefühl, ich stände erst irgendwo am Anfang des Rennens und hielt es daher auch nicht für nötig, auf dem Weg zu Posten 18 die Verpflegung zu nutzen, nachdem ich ?gerade erst? zweimal getrunken hatte. Das sollte ich büssen. Nach Posten 18, hinauf zu 19 begann ich ein leichtes Hungergefühl zu spühren. Der Trinkstand und die Flüssignahrung kamen gerade rechtzeitig. Ich verlor aber trotzdem eine Minute auf der Teilstrecke 19-20!

Dann war noch einmal höchste Konzentration gefragt. Ich spürte aber, wie mir das extrem Mühe bereitete. Das Rennen war jetzt auch bereit gut 90 Minuten lang. So schlichen sich auf den Schmetterlingsposten einige kleine Fehler ein, zudem dauerte das Kartenlesen länger als gewohnt. Ich merkte das aber und entschied mich daher auf den letzten Verbindungen, relativ sichere, simple Routen zu wählen. Einige Spassvögel wählten 27-28 die verlockende Strichroute, wodurch sie sich im Freeclimbing profilieren konnten und bis zwei Minuten verloren.

Im Ziel angekommen, hatte ich Tavernaro um wenige Sekunde geschlagen (er nahm mir noch fast zwei Minuten ab bis ins Ziel) und war mit meinem zwölften Rang sehr zufrieden.
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